Freitag, 9. Januar 2015

Doch nicht ohne

Die letzten Tage schlitterte ich in alte Gewohnheiten zurück. Ich begann wieder mehr zu Rauchen. Es ging hinauf auf acht, neun Zigaretten am Tag. Somit wurden meine Tage wieder so, wie sie waren, bevor ich mein Vorhaben der Rauchentwöhnung startete. Ich war drauf und dran zu versagen.
Ich rauchte nach den Mahlzeiten. Ich gönnte mir zu jeder Tasse Kaffee eine Zigarette. Ich rauchte aus Langeweile. Beim Fernsehen. Während ich auf die Straßenbahn wartete.
Daher gab es für mich nur noch eine Alternative. Ich ging zur Apotheke und kaufte mir den Nicorette Spray. Wenn ich das Verlangen nach einer Kippe bekam, wandte ich diesen an und sprühte mir selbst in den Mund. Es half. Das Verlangen nach einer Zigarette erlosch vorrübergehend. Mittlerweile bin ich seit über 24 Stunden infolge Rauchfrei. Eine Ende dieser Serie ist nicht in Sicht.

Montag, 5. Januar 2015

Alte Gewohnheiten

14. Das ist die Anzahl der Zigaretten die ich am Wochenende geraucht habe. Sechs am Samstag und acht am Sonntag. All dies nur, weil ich in alte Gewohnheiten zurück gefallen bin.
Ich rauchte nach dem Essen, aus langerweile und beim Fernsehen. Und ich gab sehr schnell dem Verlangen nach diesen giftigen Stangen nach. Schwach, schwach, schwach! kann man da nur sagen. Aber das gehört wohl dazu, wenn man das Rauchen aufgibt. Ausrutscher gehören dazu. Das steht in jeder (anständigen) Broschüre über die Rauchentwöhnung. Man darf dann halt nicht gleich aufgeben, wie es die meisten Leute machen, sondern weiter machen. Das werde ich. Hoffentlich!
Trotzdem sollte ich das Ganze nicht so negativ sehen. Nicht immer ist alles schlecht. Es gibt immer etwas Positives. Und diese muss man sich rauspicken. Sie sich vor Augen halten und sich daran orientieren. Es nutzen und neue Motivation tanken.
Ich habe meinen Zigarettenkonsum deutlich gesenkt. Von zwanzig und mehr Zigaretten (mehr als eine Packung) am Tag kam ich runter auf weniger als eine Schachtel. Natürlich bin ich noch weit vom Ziel entfernt. Es fehlt noch ein ordentliches Stück. Aber ich bin auf dem richtigen Weg. Und daran muss ich mich halten.

Freitag, 2. Januar 2015

Der zweite Tag, oder: Kebab, Ausrutscher, alte Gewohnheiten und Effekte der Rauchentwöhnung

Das Verlangen nach einem Kebab
Ich war den ganzen Vormittag unterwegs und klapperte ein paar Möbelgeschäfte ab. Das was ich suchte, war ein Wandregal für meine DVDs, CDs und Videospiele. Ich besitze schon so viele, dass ich keinen Platz mehr habe. Mittlerweile liegen die Hüllen überall herum. Am Boden. Am Tisch. Sogar in der Küche.
Ich fand kein Wandregal. Zumindest keines, welches meinen Ansprüchen und Vorstellungen entsprach. Aber dies ist eine andere Geschichte.
Am Heimweg kam ich zu einer Kreuzung. Ich hielt bei der Ampel und plötzlich überkam mich das Verlangen nach einem Kebab. So etwas habe ich sonst nie. Ich esse kaum Kebab. Vielleicht ein, zwei Mal pro Jahr. Aber in diesem Augenblick hatte ich ein irrsinniges Verlangen danach.
Also aß ich eines. Und danach rauchte ich eine Zigarette. Es war der erste Ausrutscher an diesem Tag und der dritte insgesamt.

Alte Gewohnheiten
Später an diesem Tag war ich noch auf der Mariahilferstraße. Ich war auf der Suche nach ein paar Postern für meine Wohnung. Die Wände dort waren kahl und langweilig. Also wollte ich etwas dagegen unternehmen.
Im Generali-Center fand ich ein nettes Geschäft. Das Funkart. Neben Poster bietet der Shop diverse witzige Warnschilder und andere spaßige Artikel.
Ich fand dort, was ich suchte.
Anschließend entschied ich mich noch in ein Lokal zu gehen und mich mit einem Cappuccino zu stärken. Ich war schon etwas müde und hatte daher ein wenig Koffein notwendig. Und da geschah es. Ich kam in eine alte Gewohnheit zurück, die es eigentlich zu vermeiden gilt. Doch leider war ich irgendwie nicht ganz bei der Sache. Ich steckte mir eine Zigarette zwischen die Lippen.

Nach dem Essen sollst du Rauchen
Ja, nach dem Essen gehört eine Zigarette geraucht. Das tat ich immer. Zumindest bis gestern. Aber gestern hörte ich damit auf. Ich rauchte nach keiner Mahlzeit eine Kippe. Bis heute. Da fand das Ganze ein Ende.
Wie schon erwähnt, rauchte ich zu Mittag nach meinem Kebab eine. Auch nach dem Abendessen gönnte ich mir einen Glimmstängel. Zwar nicht gleich danach, aber dennoch hatte ich später eine Zigarette zwischen den Lippen. Erst trank ich noch einen Kaffee und las ein paar Seiten von dem Roman Fegefeuer, ehe ich dem Tabak frönte. Zum dritten Mal an diesem Tag.

Positive Effekte der Rauchentwöhnung
Die Abstinenz vom Glimmstängel bewirkt so einiges. Ich hab’s gerade recherchiert und muss sagen, dass diese Effekte, die nach und nach Auftreten eine zusätzliche Motivation sind. Es verändert sich so einiges. Vor allem wenn man vor dem 35. Lebensjahr mit dem Rauchen aufhört. In diesem Fall gleicht sich die Lebenserwartung an das eines Nichtrauchers an.
20 Minuten danach fällt der Blutdruck und die Temperatur von Händen und Füßen steigt auf den Normalwert. Nach acht Stunden gleicht sich der Kohlenmonoxidgehalt des Bluts auf den Normalwert an. Innerhalb der ersten 24 Stunden verringert sich bereits das Herzinfarktrisiko. Zwei Wochen bis drei Monate später verbessert sich die Durchblutung und die Lungenkapazität erhöht sich um bis zu 30 Prozent. Ein bis neun Monate später lässt das Husten nach, der Ex-Raucher ist weniger kurzatmig und wacher. Außerdem kann sich die Lunge besser vor Infektionen schützen. Ein Jahr später ist das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße bereits nur noch halb so groß wie bei Rauchern. Fünf bis 15 Jahre später hat sich das Schlaganfallrisiko auf das eines Nichtrauchers gesenkt. Zehn Jahre nach der Rauchentwöhnung reduziert sich die Gefahr, an Lungenkrebs zu sterben, auf die Hälfte. Das Risiko von Krebserkrankungen in Mund, Hals, Speiseröhre, Blase, Niere und Bauchspeicheldrüse verringert sich.
Und nach 15 Jahren sind alle Risiken auf das Niveau eines Nichtrauchers gesunken.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Es lächelt mich an

Kann das denn Wahr sein? Verdammt, ich fange jetzt schon an mit mir selbst zu verhandeln. Aufhören oder bloß reduzieren. Ich könnte doch, so geht es in meinem Kopf vor sich, die Anzahl der täglichen Zigaretten halbieren. Statt einem Packerl nur noch das Halbe. Oder nur fünf Kippen am Tag. Oder drei Kippen. Oder gar nur eine Kippe am Tag. Scheiße, ich habe noch nicht einmal die ersten 24 Stunden hinter mich gebracht, schon will ich mit mir selbst über das Ziel neuverhandeln.
Aber ich denke, dies gehört wohl dazu. Jeder verhandelt mit sich selbst, wenn er/sie eine Sucht aufgibt und das Verlangen nach der Befriedigung dieser Sucht von Minute zu Minute immer mehr wächst und man das Gefühl bekommt, innerlich aufgefressen zu werden. Man muss alles daran setzen dem zu Wiederstehen und durchhalten. Nicht schwach werden. Keine Rauchen.
Dennoch frage ich mich, wann der erste Rückfall bzw. Ausrutscher erlaubt ist. Wann darf ich das erste Mal dem Drang eine Zigarette zu nehmen, mir zwischen die Lippen zu stecken und in Brandt zu setzen nachgeben? Irgendwann passiert es doch so oder so. Es lässt sich nicht verhindern. So ein Rückfall oder auch Ausrutscher gehört zur Rauchentwöhnung dazu. Es ist Teil dieses Prozesses die Sucht loszuwerden.
Daher die Frage: Soll ich mir eine Zigarette gönnen?
Immerhin lächelt mich die Zigarettenschachtel so lieb an. Sie liegt so lieb und brav in meinem Wohnzimmer am Tisch. Auf ihr ein schwarzen Feuerzeug. Und die Schachtel lächelt. Sie lächelt mich an und sagt: „Rauch mich!“
Verdammt, wie kann man da nur wiederstehen? Wie soll man da nur wiederstehen? Wie hat das mein Bruder gemacht?
Ja, wie hat das mein Bruder angestellt. Ich frage mich, ob er auch am ersten Tag dieser wunderschönen und süßen Versuchung wiederstanden hat. Vielleicht hat er dennoch geraucht. Vielleicht hat er es an den ersten Tagen nicht so ernst genommen. Ich würde ihn gerne Fragen, doch ich erreiche ihn nicht.
Ach was soll‘s! Ich glaub, die eine Zigarette wird schon nicht schaden. Wegen einer Kippe geht das Vorhaben schon nicht in die Brüche. So eine Rauchentwöhnung ist nun Mal ein sehr, sehr, sehr langer Prozess mit unendlichen vielen Ausrutschern. Einmal am Tag ist kein Problem und kann wohl als vollkommen in Ordnung erachtet werden. Glaube ich. Wie auch immer, ich gönne mir jetzt Mal meinen kleinen Ausrutscher.

Die ersten 12 Stunden

Mehr als 12 Stunden ist es mittlerweile her, als ich meine letzte Zigarette geraucht habe. Noch geht es mir gut. Ich kann mich nicht beklagen, den bislang traten keine Entzugserscheinungen auf. Auch das Verlangen nach einer Kippe ist ebenso nicht, bzw. kaum, vorhanden. Andererseits hatte ich gestern doch so einige Biere getankt. Eventuell ein, zwei zu viel.
Wie schon erwähnt, verbrachte ich Silvester zu Hause, sah mir ein paar DVDs an und trank ein paar Bier. Es war zu viel. Zwar hatte ich keinen ausgeprägten Kater am nächsten Morgen, aber dennoch ging es mir ein wenig schlecht. In meinem Bauch verspürte ich ein flaues Gefühl ohne Übelkeit oder Erbrechen. Mein Kopf dröhnte nicht, jedoch hatte ich einen leichten Kopfschmerz, der sich anfühlte wie ein zartes Klopfen. Außerdem verspürte ich nach dem Aufstehen, was kurz nach neun Uhr der Fall war, ein, zwei Stunden lang einen leichten Schwindel.
Daher hatte ich keinen sonderlichen Gust auf eine Zigarette. Wahrscheinlich hätte ich mir die Scheiße aus dem Leib gehustet. Oder meine Lunge hätte sich nach Außen gedreht. Keine schönen Vorstellungen.
Um einen Rückfall vorzubeugen, lenkte ich mich ab. Ich las ein paar Seites des Buches Fegefeuer von der finnischen Autorin Sofi Oksanen, trank gemütlich ein Red Bull, las wieder das Buch weiter, machte ein Nickerchen, putzte meine Küche, brachte den Müll weg und setzte mich schließlich in ein Kaffeehaus. Dort sitze ich nun und trinke, während ich diese Zeilen hier verfasse, eine Tasse Cappuccino ohne dabei eine zu Rauchen. Es ist sehr ungewohnt im Nichtraucherbereich zu sitzen und keine Kippe zwischen Zeige- und Mittelfinger zu halten, doch es stellte die erste Bewährungsprobe für mein Vorhaben der Rauchentwöhnung dar und ich muss sagen, dass ich mich bisher gut schlage.
Allerdings bin ich erst am Anfang und die harte Zeit steht mir erst bevor. Es wird nicht leichter, sondern schwieriger. Aber ich bin fest entschlossen. Und sollte ich doch einmal einen Rückfall haben und genüsslich eine Kippe rauchen, dann werde ich nicht alles hinschmeißen und aufgeben, sondern wieder aufstehen und weiter machen.