Donnerstag, 1. Januar 2015

Die ersten dreißig Minuten



Es ist halb eins und somit sind die ersten dreißig Minuten meiner Rauchentwöhnung vorbei. Seit einer halben Stunde bin ich somit nach mehr als einem Jahrzehnt wieder Nichtraucher. Zumindest ist dies der Plan.
Wenn es bloß so einfach wäre. Das neue Jahr, das Jahr meiner Rauchentwöhnung und somit das erste als frischgebackener Nichtraucher, fängt wirklich gut an. Es sind gerade einmal dreißig Minuten vergangen und ich habe schon wieder eine Zigarette zwischen den Lippen. Ich inhaliere tief und genieße jeden einzelnen Zug dieser krebsfördernden und dümmsten Sucht der Welt (Rauchen ist die einzige Sucht von der man nichts hat; Alle anderen bringen zumindest einen Rausch).
Ich hatte mir das mit dem Aufhören gut überlegt. Erst wollte ich gar nicht. Aber da nun mein Bruder vor ein paar Tagen ebenfalls diese unnötige Sucht aufgegeben habe, dachte ich mir: Ich lege jetzt nach und mache es ihm gleich. Was er kann, das kann ich schon lange!
Allerdings: Ich hatte es mir schon so einige Male überlegt. Nur zu oft wollte ich bereits das Rauchen aufgeben. Teilweise hatte ich es sogar versucht. Es hielt unterschiedlich lang. Angefangen von wenigen Stunden bis hin zu drei, vier Tagen. Eins war jedes Mal gleich: Ich gab das Vorhaben nach dem ersten Rückfall wieder auf.
Um es dieses Mal zu schaffen, entschied ich mich nicht wie all die anderen auf dieser Welt fortzugehen. Ich blieb stattdessen zu Hause und sah mir die Zurück in die Zukunft Filme auf DVD an. Nebenbei trank ich das eine oder andere Bier und rauchte meine letzten Zigaretten. Ein paar Glimmstängel vom angefangenen Packerl sind noch übrig. Ich würde sie gerne wegwerfen. Aber ich kann nicht. Irgendwie will mein Innerstes, dass ich eine Reserve für den Notfall übrig lasse. Nur zur Sicherheit.
Andererseits: Wenn ich Zigaretten zu Hause liegen habe und diese nicht anrühre, egal wie stark das Verlangen auch ist, dann bin ich auf dem besten Wege. Ich stärke mich selbst auf diese Art und Weise. Meine Entschlossenheit dem Rauchen zu entsagen wird damit erstrecht in Stein gemeißelt.
Übrigens: Ich habe soeben meine letzte Zigarette ausgedämpft. Somit war’s das. Ich bin nun offiziell Nichtraucher. Abgesehen von den Rückfällen, die mir von Zeit zu Zeit Mal passieren werden. Aber ich werde dann nicht aufgeben, sondern weiter machen. Solange, bis ich es geschafft habe.

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